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Werkzeuge zur Wissensakquisition und Informationsverdichtung aus Dokumenten

Zeitraum: 04/2000 - 07/2003

Bearbeiter: Dipl.-Inf. Manuela Kunze, Jörg Kapfer, M.A.

Expertenwissen zu einem bestimmten Gegenstandsbereich (zum Beispiel ein Produkt, ein Verfahren, Vorschriften usw.) liegt nur in den wenigsten Fällen in Form von formalen Wissensstrukturen vor. In der Regel ist es entweder schriftlich in natürlich-sprachlichen Dokumenten festgehalten, oder ist als nicht schriftlich fixiertes Wissen nur über den Experten selbst zugänglich. In den beiden letztgenannten Fällen ist die Akquisition des Wissens ein teurer und aufwendiger Prozeß (knowledge acquisition bottleneck).

Die meisten Vorgehensmodelle zur Wissensakquisition, zum Beispiel die KADS-Methode, konzentrieren sich derzeit darauf, wie bei Experten vorhandenes Gebietswissen elizitiert und formalisiert werden kann, wohingegen der Prozeß der automatischen Wissensakquisition aus Dokumenten, in denen das Gebietswissen von Experten in natürlichsprachlicher Form abgelegt ist, bisher nur ansatzweise behandelt worden ist. Die informale Beschreibung des Wissens ist das Hauptproblem: In Dokumenten verbalisiertes Wissen liegt nicht in einem Grad der Formalisierung vor, der zielgerichtete Zugriffe auf das Wissen erlaubt, sondern es muß erst mühsam aus den Dokumenten extrahiert werden. Ein weiteres Problem betrifft die verteilte Ablage von Information: In keinem der Dokumente ist das vollständige Wissen zu einem Gegenstandsbereich enthalten; vielmehr sind in unterschiedlichen Dokumenten verschiedene Aspekte der Domäne beschrieben, aber nicht ohne Redundanzen und Inkonsistenzen. Schließlich erschweren inkonsistente Begriffsverwendungen bei der textuellen Gebietsbeschreibung und unterschiedliche Sichten auf den gleichen Sachverhalt den Zugriff auf das dokumentierte Wissen.

Eine Lösung dieser Probleme sehen wir in einer formalen Repräsentation des in den Dokumenten enthaltenen Gebietswissens in Form einer Wissensbasis. Eine solche formale Repräsentation unterstützt nicht nur vielfältige Arten des Zugriffs und somit Anwendungen des Wissens, z.B. in wissensbasierten Systemen, sondern realisiert darüber hinaus die Verdichtung des in den Dokumenten enthaltenen Wissens. Mit anderen Worten, das vormals über zahlreiche Dokumente verteilte, oft redundante Wissen wird in einer einzigen Wissensquelle fusioniert. Ziel des Projekts war die Entwicklung von Elementen einer interaktiven Arbeitsumgebung (workbench), die Hilfsmittel zur semiautomatischen Erstellung dieser kondensierten Wissensquelle zur Verfügung stellt.

Das Projekt ist ein Teilprojekt der DFG-Forschergruppe: Workbench für die Informationsfusion


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